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Wii Fit

Hält Nintendos Fitness-Game wirklich, was es verspricht? Wir haben die (Muskelkater-) Schmerzen für euch auf uns genommen und ein Wii Fit - Tagebuch erstellt.
Geschrieben von Hanna Zumstein, vor 190 Tagen

Zahlreiche Studien besagen, dass unsere Wohlstandsgesellschaft immer mehr übergewichtige Menschen hervorbringt. Erst vor kurzem wurde uns Deutschen sogar attestiert, wir seien die Nation Europas mit dem größten Anteil fettleibiger Menschen. Dabei fängt das Übergewichts-Problem bei den meisten schon in frühester Kindheit an; die Kinder würden sich zu ungesund ernähren und zu wenig Sport treiben, stattdessen säßen sie lieber zu Hause vor dem Fernseher und spielten Videospiele, so suggerieren es uns die Medien. Zumindest letzteres Argument kann nun nicht mehr uneingeschränkt gelten: Schließlich hat Nintendo das erste richtige Fitness-Programm in Form eines Videospiels herausgebracht, mit dem man sogar abnehmen können soll: Wii Fit heisst dieses ‚Fitgame’.

Bei dem Spiel wird auch das so genannte „Wii Balance Board“ mitgeliefert, mit dem man einen Großteil der Sportübungen absolvieren soll.

 


Nachdem ich bereits so viel, überwiegend Gutes, über Wii Fit gehört und gelesen hatte (- sogar der Spiegel berichtete darüber!), war ich sehr gespannt darauf, es zu testen. Hier also nun mein Wii Fit – Tagebuch:

1. Tag: Aller Anfang ist….eigentlich ganz einfach

Okay, also Spiel rein, Wii Balance Board auf den Boden gelegt und schon kann es losgehen…Zunächst komme ich in das Wii Fit Menu und muss dort meinen Mii-Charakter auswählen, sowie Körpergröße und Geburtsdatum eingeben. Nach einem Kurzen Balance-Test und dem Messen meines Gewichts (ja ja, das Wii Balance Board funktioniert praktischerweise auch als Waage) und Errechnen meines BMIs (Body Mass Index) wird mein „körperliches“ Alter gemessen. Wie erwartet liegt es weit über meinem tatsächlichen Alter – schließlich soll man direkt von Anfang an dazu motiviert werden, mehr Sport zu treiben. Auch soll ich angeben, wie viel Kilo ich innerhalb welcher Zeit abnehmen will. 2 kg innerhalb eines Monats, das klingt doch nett, denke ich.

Dann geht es weiter zu den Fitness-Übungen; diese unterteilen sich in 4 Kategorien: Yoga, Muskelübungen, Aerobic und Balancespiele. Ich entscheide mich als erstes für Aerobic. Hier habe ich zunächst (wie auch in den anderen Kategorien) nur eine begrenzte Anzahl an Übungen zur Auswahl.

Erst probiere ich „Step“ aus – bringt mich nicht wirklich ins Schwitzen, ist aber vielleicht ganz gut zum Aufwärmen. Meine 3 Minuten, die ich nun schon trainiert habe, werden von „Schweinchen Fit“, einer virtuellen Spardose gezählt. Weiter geht es mit „Hula-Hoop“, - puh, das ist schon um Einiges anstrengender. Und wieder 2 Minuten mehr für meine virtuelle Spardose.

Ich beschließe nun, ein bisschen Yoga zu machen. Vor den Yoga-Übungen werden mir von meinem „Personal-Trainer“ die einzelnen Bewegungsabläufe gut erklärt. Nach den Übungen erhalte ich eine Punktezahl, die mich im besten Fall als „Yoga-Meister“ einstuft, in den meisten Fällen jedoch leider weit darunter.

Weiter geht es mit dem Muskelaufbau. Und das ist wirklich anstrengend! Ich verspreche mir jedoch viel davon, schließlich ist Muskelaufbau mein primäres Ziel.

Als kleine Abrundung mache ich noch ein paar der Balancespiele; gar nicht so einfach, - egal, ob man als Ski-Fahrer den Berg hinuntersaust oder Kugeln in Löcher befördern muss.

Insgesamt 26 Minuten habe ich am Ende meines ersten Trainings-Tages geschafft – nicht schlecht für den Anfang, wie ich finde.

2. Tag: Weiter gehts

Nachdem mir die einzelnen Übungen gestern so viel Spaß gemacht haben (nicht zuletzt deshalb, weil ich das Gefühl hatte, endlich einmal etwas Gutes für meinen Körper zu tun), steige ich heute wieder voller Motivation auf das Wii Balance Board. Eben dieses hat im Spiel auch die ersten Fitness-Tipps für mich; na ja, ich bekomme nichts Neues zu hören, aber immerhin knuffig, wie es mir auf dem Bildschirm zuwinkt. Dann geht es wieder los mit den Übungen, ungefähr in der gleichen Reihenfolge wie gestern. Ich schaffe es sogar, weitere Übungen, bzw. eine höhere Anzahl/ höhere Trainingsdauer bei einigen Übungen frei zu schalten. Leider habe ich heute leichte Rückenschmerzen; ob die vom für mich ungewohnten Dehnen des Rückens beim Yoga kommen?

Heute bin ich 30 Minuten aktiv und „Schweinchen Fit“, das virtuelle Sparschwein, freut sich. Aha, 30 Minuten sind also anscheinend die optimale Trainingsdauer.

3. Tag: „Bitte steige jetzt auf das Wii Balance Board“

Wieder ungefähr dieselbe Reihenfolge wie die letzten Tage; hat sich inzwischen eingebürgert, dass ich zum Aufwärmen „Step“ mache. Danach wage ich mich mal ans joggen. Ist auch ganz nett, allerdings komme ich ausnahmsweise mal ohne das Wii Balance Board aus; stattdessen soll ich die Wii Mote in die Hosentasche stecken oder in die Hand nehmen. Auch habe ich endlich „Boxen“ freigeschaltet; ich darf mit Wiimote und Nunchuk auf einen Sandsack einschlagen – das geht richtig in die Arme! Danach geht es wie üblich weiter mit Yoga, Muskelaufbau und Balancespielen.

Ich muss sagen, ich vermisse irgendwie einen vorgegebenen Trainingsplan, der mir zum Beispiel sagt, wann ich welche Übungen machen soll; habe nämlich das Gefühl, dass ich mich selbst dazu verleite, eher die Übungen zu machen, die mir leicht fallen. Aber da muss ich durch, mehr Selbstdisziplin ist angesagt!

Heute trainiere ich ganze 36 Minuten. Ich möchte sogar noch eine weitere Übung machen, das Spiel sagt mir aber, dass ich doch bitte eine Pause machen solle, da das sonst nicht gesund wäre. Nun gut, dann höre ich für heute eben auf.

4. Tag: Schock beim Messen


Heute habe ich richtig starke Rückenschmerzen; ich schließe daraus, dass ich mit den Übungen, die den Rücken belasten etwas vorsichtiger sein sollte. „Boxen“ lasse ich heute lieber auch mal sein. Trotzdem mache ich sonst weiter wie bisher und komme auf meine plus, minus 30 Minuten Training.

Da nun bereits 4 Tage vergangen sind, möchte ich auch mal wieder den Körpertest machen und herausfinden, ob ich schon etwas abgenommen habe. Aber im Gegenteil! Mein BMI ist gestiegen und ich habe 0,7 kg zugenommen! Nach dem ersten Schock und dem Wunsch, das Balance Board in die Ecke zu werfen (ja ja, die weibliche Eitelkeit…), beschließe ich, meine Gewichtszunahme darauf zurückzuführen, dass ich bereits an Muskelmasse zugenommen habe; schließlich weiß man, dass man, wenn man Muskeln aufbaut, auch an Gewicht zulegt, da Muskeln schwerer als Fett sind.

Mir fällt auf, dass ich bei der „Wii-Wage“ eine Messung der Fettwerte vermisse; so könnte man wenigstens auch seinen Muskelaufbau nachvollziehen…. Überhaupt ist diese ganze BMI-Geschichte doch total überbewertet! Hmpf!

5. Tag: Muskelkater ahoi

Trotz meines „Gewichts-Misserfolges“ gestern mache ich tapfer weiter mit den Übungen. Wenigstens haben meine Rückenschmerzen wieder nachgelassen. Dafür spüre ich umso deutlicher an Oberschenkeln und Hintern den Muskelkater; autsch! Die 6 Minuten „Super Hula Hoop“ gestern zeigen heute doch ganz schön ihre Wirkung! Nichtsdestotrotz mache ich mit den Übungen auch heute weiter (Klar, für Gamepals ertrage ich auch jegliche Schmerzen).

Wegen der schlechten Erfahrung mit der Messung der Körperwerte gestern, beschließe ich, mich vorsichtshalber jeden Tag zu wiegen; und siehe da, heute sind es auch schon wieder 0,3 kg weniger. Na also, immerhin etwas!

6. Tag: Fit – Fitter – Wii Fit

Heute fühle ich mich irgendwie richtig gut. Der Muskelkater von gestern hat nachgelassen und mir fallen einige Muskelübungen bereits leichter. An den Yoga-Übungen merke ich zudem, dass ich schon nicht mehr ganz so eingerostet, sondern wieder etwas dehnbarer geworden bin. Schön, schön.

Inzwischen hat sich auch eine Art Routine bei meiner Auswahl der Übungen eingespielt. Erst mache ich zum Aufwärmen etwas „Step“, bzw. „Step Plus“, das ich inzwischen auch schon frei gespielt habe, dann geht es weiter mit 1-2 anderen Übungen aus dem Bereich „Aerobic“. Danach sind 3-4 Yoga-Übungen und auch ca. 3 Muskelübungen dran. Und zum Abschluss spiele ich wie immer 2-3 Balance-Spiele (- und ärgere mich weiterhin über das Kugelspiel, bei dem ich als „Fortgeschrittene“ einfach nicht bis zur letzten Stufe komme, tse).

7. Tag: Viele gute Vorsätze

Heute lobt mich das Wii Fit - Spiel für mein Durchhaltevermögen. Das freut mich natürlich, genauso wie die Tatsache, dass mein „körperliches Alter“ auf 27 heruntergegangen ist. Auch heute wieder ziehe ich mein Wii Fit – Trainingsprogramm durch. Inzwischen habe ich fast alle Übungen und Balance-Spiele frei gespielt, so dass die Auswahl sehr viel größer ist als noch vor 6 Tagen.

Ich denke wirklich, dass ich auch weiterhin so fleißig sein werde, denn Wii Fit macht einfach Spaß und kleine Trainings-Erfolge erhöhen die Motivation sogar noch mehr.

Apropos Wii Fit, ich habe vor kurzem in einem anderen Testbericht gelesen, wie ein Tester sich darüber mokiert hat, man könne das Spiel sehr einfach „überlisten“, so dass man die Übungen nicht mehr richtig auszuführen bräuchte. Schön zu wissen, aber wozu sollte man so etwas tun? Man trainiert schließlich für sich selbst, und nicht, um im Spiel die höchstmöglichen Punkte zu erreichen. Na ja...




Hanna Zumstein meint:
Für alle Couch-Potatoes ist Wii Fit die einmalige Gelegenheit, endlich mal aus ihrem Faulheitstrott herauszukommen. Auch für Gelegenheitssportler, die 1-2 Mal in der Woche sportlich aktiv sind, ist Wii Fit geeignet. Dadurch, dass man sein eigenes „Fitnessstudio“ inklusive „Personal Trainer“ direkt zu Hause hat und man einfach nur das Balance Board auf dem Boden platzieren und den Fernseher anmachen muss, fällt es einem auch nicht wirklich schwer, etwas für seine Fitness zu tun. Ob man damit auch abnehmen kann? Vielleicht, wenn man gleichzeitig seine Ernährung umstellt. Doch das ist, wie ich finde, auch nicht die Hauptsache an Wii Fit, sondern, dass das Spiel Spaß an der Bewegung vermittelt und auch langfristig motivieren kann. Hier wird also weniger das Spiel als solches, sondern eher der Nutzen gewertet; und da kann man nur sagen: Daumen Hoch für Nintendo, sie haben alles richtig gemacht!
Wertungssystem:10er Skala in 0,5 Intervallschritte unterteilt (Durchschnitt = 5.0). Kritiken spiegeln das persönliche Spielerlebnis des Redakteurs wider und erheben keinen Anspruch auf Objektivität.



Miguel Bethke meint:
Nun mal die männliche Sicht der Dinge. Auch ich habe Wii Fit zusammen mit Hanna getestet und stimme mit der Review überein. Hier wird nicht das Spiel als Spiel getestet, sondern vielmehr der Nutzen, den Wii Fit bringt. Wii Fit kann meiner Meinung nach sogar den Gang ins Fitnessstudio ersetzen, vorausgesetzt, man nutzt es regelmäßig und versucht die Übungen korrekt durchzuführen. Die Jogging-Übungen motivieren einen sogar dazu, einfach mal nach draußen zu gehen und eine Runde durch die Natur zu joggen. Abschließend sei zu sagen, dass Wii Fit absolut optimal für Leute wie mich ist, die einen stressigen Tag haben und nicht immer die Zeit hätten, ins Fitnessstudio zu gehen.


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Publisher: Nintendo
Entwickler: Nintendo
Genre: Sports
USA 2008-- (-364 Tage)
Japan 2008-- (-364 Tage)
UVP: € 
Sammlung: 0
Wunschliste: 0 (Dieses Spiel will ich haben)
Views: 4,115
Videos: 1 (Ansehen)
Bilder: 11 (Ansehen)
Podcast: 0
Artikel: 1 (Ansehen)
  • alle Übungen verständlich erklärt

  • hohe Langzeitmotivation

  • Wii Balance Board reagiert einwandfrei auf Bewegungen

  • sichtbare Erfolge

  • kleine Gags, zum Beispiel während des Joggens
  • Grafik zwar besser als bei Wii Sports, jedoch hier auch nur
    zweckmäßig eingesetzt

  • kein individueller Trainingsplan

  • für Leute, die regelmäßig Sport treiben wahrscheinlich zu einfach

  • BMI als "Maß aller Dinge" auch bei Medizinern umstritten
  • böse Zungen behaupten, dass Nintendo bald verklagt wird, weil sich Leute von Wii Fit zu unrecht als "fettleibig" eingestuft fühlen

  • Wenn ihr auf dem Bildschirm das Wii Balance Board auf dem Laufrad seht, klickt mal darauf!

  • beim Joggen erwartet euch ein Widersehen mit einem alten (Nintendo-) Bekannten
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