Man nehme einen NintendoDS, füge 400g Spiel hinzu, mische das Ganze kräftig durch, und heraus kommt: Kochkurs – Was wollen wir heute kochen?! Nun ja, nicht ganz; dennoch hat Nintendo mal wieder ein DS-Spiel herausgebracht, das eigentlich keines ist, sondern uns einfach den Alltag erleichtern/ verschönern soll.
Diesmal handelt es sich also um eine Art Kochbuch. Was aber unterscheidet es von einem herkömmlichen Kochbuch? Nun, zunächst einmal nicht viel: Kommt man in das Startmenü, kann man auswählen, ob man sich die Rezeptauswahl nach Zutaten, nach Vorgaben oder nach Ländern ansehen möchte. Entscheidet man sich für die Ländervariante, kann man durch eine Art Weltkarte scrollen und sich die insgesamt 245 Rezepte aus den verschiedenen Ländern im Detail ansehen. Die Ländervielfalt ist dabei groß und die Gerichte reichen von vietnamesischen, über argentinische bis hin zu skandinavischen.

Wenn das Gordon Ramsay wüsste…
Allerdings wird hier auch bereits das große Manko des Spiels ersichtlich: Die Anzahl der Gerichte pro Land ist sehr unterschiedlich, und einige Länder sind nur mit 1-5, andere mit 30-39 Rezepten (Italien) vertreten; der Schwerpunkt der Auswahl liegt deutlich auf Europa, was logisch erscheint, wenn man bedenkt, dass das Spiel ursprünglich für den japanischen Markt konzipiert war. Für europäische Feinschmecker, die vielleicht eher für sie exotischere Gerichte ausprobieren möchten, ist die Auswahl daher nicht ganz so gut. Für mich als Fan der asiatischen Küche beispielsweise würde es sich wohl eher lohnen, einfach ein Asia-Kochbuch zu kaufen.
Anleitung für das perfekte Dinner
Was Nintendo bei der Rezeptauswahl nicht so toll hinbekommen hat, macht es bei anderen Punkten wieder wett. Denn mit dem Spiel wird wirklich versucht, dem lernwilligen Koch das Zubereiten der Gerichte maßgeblich zu erleichtern. Für diejenigen, für die Kochbücher immer voller kryptischer Zeichen waren und die daher lieber auf das gute alte Fertiggericht zurück gegriffen haben, anstatt etwas Neues auszuprobieren, bietet das „Kochlexikon“ Hilfe in allen möglichen Formen. So werden Begriffe wie „einkochen“ oder „abschmecken“, oder auch Zutaten wie „Chorizo“ erklärt, richtiges Schneiden erläutert, alternative Zutaten erwähnt, Kochtipps gegeben, etc…Sogar einige Videos, in denen gezeigt wird, wie man beispielsweise Sushi-Reis herstellt oder Teigtaschen faltet, dürfen nicht fehlen ( - und können auch abschreckende Wirkung haben, mir ist zumindest nach Betrachtung des „Tintenfisch“-Videos jeglicher Appetit auf ebendiesen vergangen; dies sei aber nur nebenbei erwähnt, andere haben sicher einen weniger empfindlichen Magen.)

Weitere nützliche Extras sind beispielsweise eine integrierte Küchenuhr, die man je nach Bedarf verwenden kann, oder auch die Tatsache, dass man bei den Einstellungen unerwünschte Zutaten eingeben kann; hat man das gemacht, werden bei der Rezepteauswahl alle Rezepte mit diesen Zutaten mit einem roten X markiert. Ein vor allem für Allergiker oder Vegetarier durchaus nützliches Gimmick.
Schmeckt nicht, gibt’s nicht
Hat man sich dann schließlich für ein Gericht entschieden, das man gerne kochen würde, wird einem auch hier unter die Arme gegriffen: Zunächst einmal kann man bestimmen, für wie viele Personen gekocht werden soll. Daraufhin wird in der Zutatenauswahl genau die richtige Menge an Zutaten angezeigt; das erspart lästiges Ausrechnen und ist durchaus ein großer Vorteil gegenüber einem herkömmlichen Kochbuch. Bevor man dann mit dem eigentlichen Kochen beginnt, geht es zunächst zu den „Vorbereitungen“. Während in vielen Kochbüchern die Vorbereitungen in nur einem Satz pro Zutat erwähnt werden, kann man sich bei Kochkurs – Was wollen wir heute kochen? jeden Schritt genauestens erklären lassen; selbst blutige „bei mir gibt’s sonst nur Pizza und Pasta“ – Kochanfänger können auf diese Weise nichts falsch machen. Hat man die Vorbereitungen soweit bewältigt, geht es ans Kochen, und auch dabei wird wieder jeder Schritt detailliert erläutert, so dass man (fast) nichts mehr falsch machen kann.

Da man beim Kochen bekanntlich alle Hände zu tun hat, möchte Nintendo auch hier hilfreich zur Seite stehen und zwar per Sprachausgabe und -erkennung. Zugegeben, DAS kann ein herkömmliches Kochbuch nun wirklich nicht. Die Sprachausgabe ist dann auch sehr gut verständlich, die Spracherkennung hingegen klappt nicht immer so, wie sie sollte. Eigentlich sollte der DS nur auf die Befehle „Weiter“ und „Schritt zurück“ reagieren, jedoch werden auch andere Wörter als „Weiter/ Zurück“ interpretiert, was leicht verwirrend werden kann, wenn man zum Beispiel zu mehreren kocht und sich währenddessen unterhält.